Koreanisches Alphabet

Die Geschichte der Bildung des koreanischen Alphabetes, seines Unterschiedes in Nord- und Sudkorea. Die Wechselbeziehung chinesisch und Koreanischen der Sprachen. Die Nutzung des koreanischen Briefes in den Druckereien und der Arbeit auf dem Computer.

17.11.2009
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Bildungseinrichtung

Zusammenfassung

Subjekt: Koreanisches Alphabet

Er fuhrte die: .

Checked: .

Stadt: 2000

Inhalt

1 Einfuhrung

2 Namen

3 Form

3.1 Konsonanten

3.2 Vokale

3.3 Silbenblocke

3.4 Rechtschreibung

3.5 Leerraume und Zeichensetzung

3.6 Schreibrichtung

4 Varietaten

5 Verwendung chinesischer Zeichen

6 Geschichte

6.1 Altere Schriften

6.2 Neue Schrift

6.3 Modernisierung

6.4 Verbot

7 Erklarung der Buchstabenformen

7.1 Legenden

7.2 Tradition

7.3 'Phagspa

8 Druck

9 Computer

9.1 Unicode

9.2 Eingabe

10 Transkription

11 Referenzen

1 Einfuhrung

Das koreanische Alphabet ist eine Buchstabenschrift, die fur die koreanische Sprache verwendet wird. Es handelt sich weder um eine logografische Schrift wie bei den chinesischen Zeichen noch um eine Silbenschrift wie die japanische Hiragana oder Katakana. Die einzelnen Buchstaben werden jeweils silbenweise zusammengefasst, so dass jede Silbe in ein gedachtes Quadrat passt. Das koreanische Alphabet wurde im 15. Jahrhundert geschaffen und ist mit geringen Veranderungen heute die offizielle Schrift fur das Koreanische[1] in Nordkorea, Sudkorea und der Volksrepublik China. Zum Teil wird das koreanische Alphabet gemischt mit chinesischen Schriftzeichen verwendet.

2 Namen

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Schrift meist [??n.mun] ?? / (Volksschrift) genannt.

In Nordkorea und in China wird die Schrift [?o.s?n.??l] ??? / N? (Choson'gul / Joseon-geul) genannt, nach dem Staatsnamen [?o.s?n] ?? / N bzw. nach der Bezeichnung der Volksgruppe in China, oder schlicht [u.ri.??l] ??? (urigul / urigeul), unsere Schrift.

In Sudkorea wird die Schrift [han.??l] ?? (Han'gul, Hangul / Han-geul, Hangeul) genannt, entsprechend dem Staatsnamen [ha?n.?uk?] ?? / ؚ; diese Bezeichnung wurde erstmals vom Sprachwissenschaftler Chu Sigyong S (1876-1914) verwendet.[3]

3 Form

Die moderne alphabetische Reihenfolge der koreanischen Buchstaben sowie ihre Namen sind in Nordkorea und in Sudkorea jeweils etwas unterschiedlich.

3.1 Konsonanten

In der folgenden Tabelle sind die Konsonantenbuchstaben u.a. mit der McCune-Reischauer- (MR), der Yale- und der so genannten revidierten Romanisierung (RR) des sudkoreanischen Kultur- und Tourismusministeriums angefuhrt.

Buchstabe

Phonem

Name

MR

Yale

RR

Schreibweise

?

/k/

[ki.?k?]

??

k / g

k

g / k

?

/n/

[ni.?n]

??

n

n

n

?

/t/

[ti.?t?]

??

t / d

t

d / t

?

/l/

[?i.?l]

??

r / l

l

r / l

?

/m/

[mi.?m]

??

m

m

m

?

/p/

[pi.?p?]

??

p / b

p

b / p

?

/s/

[si.?t?]

??

s

s

s

?

/?/ (/O/)

[i.??]

??

- / ng

- / ng

- / ng

?

/?/

[?i.?t?]

??

ch / j / t

c

j / t

?

/??/

[??i.?t?]

??

ch' / t

ch

ch / t

?

/k?/

[k?i.?k?]

??

k' / k

kh

k / t

?

/t?/

[t?i.?t?]

??

t' / t

th

t

?

/p?/

[p?i.?p?]

??

p' / p

ph

p

?

/h/

[hi.?t?]

??

h / -

h

h / -

?

/k?/

[to?n ki.?k?]

???

kk / k

kk

kk / k

?

/t?/

[to?n ti.?t?]

???

tt / t

tt

tt / t

?

/p?/

[to?n pi.?p?]

???

pp / p

pp

pp / p

?

/s?/

[to?n si.?t?]

???

ss / t

ss

ss / t

?

/??/

[to?n ?i.?t?]

???

cch / t

cc

jj / t

Dies ist sind die Reihenfolge und die Bezeichnungen in Nordkorea. Der Buchstabe ? wird nur als /?/ am Silbenende in dieser Reihenfolge gefuhrt; Worter, in denen er als Vokaltrager am Silbenanfang fungiert, werden am Ende des Alphabets unter den Vokalen eingereiht. In Nordkorea lauten die Buchstabenbezeichnungen phonologisch vollig regelma?ig /Ci.?C/, wobei C fur den jeweiligen Konsonanten steht. Einige Buchstaben haben in Sudkorea andere Bezeichnungen, die auf Ch'oe Sejin (s.u.) zuruckgehen: k ? hei?t [ki.j?k?] ??, t ? [ti.??t?] ?? und s ? [si.?t?] ??.

Die verdoppelten Zeichen zur Wiedergabe der gespannten Konsonanten werden in Nordkorea als hart ([to?n] ?) bezeichnet, in Sudkorea hingegen als doppelt ([s?a?] ? / : [s?a? ki.j?k?] ???, [s?a? ti.??t?] ??? etc.).

In Sudkorea gibt es mehrere ubliche alphabetische Reihenfolgen, die alle auf dem folgenden Schema beruhen:

? (?) ? ? (?) ? ? ? (?) ? (?) ? ? (?) ? ? ? ? ?

k (k?) n t (t?) l m p (p?) s (s?) ?/O ? (??) ?? k? t? p? h

Das Zeichen ? wird dabei immer in dieser Reihenfolge gefuhrt, egal, ob es fur /?/ steht oder nur als Vokaltrager am Silbenanfang dient. Ob ein Konsonantenzeichen am Wortanfang verdoppelt ist oder nicht, wird in der Sortierung ignoriert; bei sonst gleich lautenden Wortern wird das Wort mit dem Doppelkonsonanten-Zeichen nachgestellt. Doppelkonsonanten-Zeichen und Konsonantenkombinationen am Wortende werden entweder ignoriert oder extra sortiert, und zwar folgender Reihenfolge:

? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ? ?

k k? ks n ns l lk lm lp ls lt? lp? lh p ps s s?

Konsonantenkombinationen am Silbenende werden Untergestell ([pat?.??im] ??) genannt, z.B. [?i.?l ki.?k? pat?.?im] bzw. [?i.?l ki.j?k? pat?.?im] fur lk ?.

3.2 Vokale

Die Vokalbuchstaben und -Buchstabenkombinationen haben keine besonderen Namen. Die Vokallange ist im Koreanischen bedeutungsunterscheidend; in der koreanischen Schrift wird jedoch nicht zwischen langen und kurzen Vokalen unterschieden.

Buchstabe

Phonem

McC-R

Yale

RR

Schreibweise

?

/a/

a

a

a

?

/ja/

ya

ya

ya

?

/?/

o

e

eo

?

/j?/

yo

ye

yeo

?

/o/

o

o

u

?

/jo/

yo

yo

yo

?

/u/

u

wu

u

?

/ju/

yu

yu

yu

?

/?/

u

u

eu

?

/i/

i

u

i

?

/?/

ae

ay

ae

?

/j?/

yae

yay

yae

?

/e/

e

ey

e

?

/je/

ye

yey

ye

?

/o/

oe

oy

oe

?

/y/

ue

wi

wi

?

/?i/

ui

uy

ui

?

/wa/

wa

wa

wa

?

/w?/

wo

we

wo

?

/w?/

wae

way

wae

?

/we/

we

wey

we

Dies ist die Reihenfolge der Vokalbuchstaben in Nordkorea. Die Reihenfolge in Sudkorea lautet folgenderma?en:[4]

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

?

a

?

ja

j ?

?

e

j?

je

o

wa

w?

o

jo

ju

w?

we

y

yu

?

?i

i

3.3 Silbenblocke

Die einzelnen Buchstaben werden zu mehr oder weniger quadratischen Blocken zusammengesetzt, die jeweils einer Silbe entsprechen. In jeder geschriebenen Silbe gibt es drei Positionen: Anlaut, Nukleus und Auslaut. Bei Silben, die mit einem Vokal beginnen, wird die erste Position mit dem Zeichen ? gefullt. Die zweite Position wird mit einem Vokal- oder Diphthong-Buchstaben gefullt. Die dritte Position wird entweder mit einem Konsonantenbuchstaben gefullt oder bleibt leer.

Je nach der Form der Buchstaben werden die geschriebenen Silben unterschiedlich zusammengesetzt:

Bei i ? und den davon abgeleiteten Vokalzeichen steht das Zeichen fur den Anlautkonsonant links. Beispiele - ha, hi, he:

Bei ? und den davon abgeleiteten Vokalzeichen steht das Zeichen fur den Anlautkonsonant oben. Beispiele - ho, h?, hu:

Bei den Diphthong-Zeichen, die sowohl einen langen waagrechten als auch einen langen senkrechten Strich haben, steht das Zeichen fur den Anlautkonsonant links oben. Beispiele -hwa, h?i, hwe:

Die Zeichen fur den Auslautkonsonant stehen jeweils darunter. Beispiele -hak, hok, hwak:

Die Buchstaben verandern bei der Zusammensetzung jeweils ein wenig ihre Form, so dass die Silbe ungefahr in ein Quadrat passt.

3.4 Rechtschreibung

Die moderne Rechtschreibung ist im Wesentlichen morphophonemisch, d.h. jedes Morphem wird stets gleich geschrieben, auch wenn die Aussprache variiert.[5]

Einige phonologisch distinktive Merkmale werden in der Schrift jedoch nicht unterschieden. Die Lange oder Kurze von Vokalen ist bedeutungsunterscheidend, wird in der Schrift jedoch nicht ausgedruckt:[6] Das Wort [p??l] ? Biene wird beispielsweise genauso geschrieben wie das Wort [p?l] ? / Strafe. Die gespannte Aussprache von Konsonanten wird in der Schrift nicht immer ausgedruckt: [ka??.?a] ?? / ]? Flussufer wird gleich geschrieben wie [ka?.k?a] ?? / ~ Heirat unter dem Stand.

Als die Schrift geschaffen wurde, wurden die Buchstaben im Wesentlichen nach den Sprechsilben zu Blocken angeordnet. Spater - vor allem nach einem Vorschlag von 1933 - wurde nicht mehr nach Sprechsilben, sondern morphophonemisch geschrieben. Beispiele:

[ha?n.?u.?in] (Sud)koreaner wird han.kuk.in ??? (statt han.ku.kin ???) geschrieben, weil es aus den Morphemen /ha?n/+/kuk/ (Sud)korea und /in/ Mensch besteht.

[kap?] Preis wird kaps ? geschrieben, denn wenn beispielsweise das Nominativsuffix /i/ hinzutritt, wird das Wort [kap?.si] gesprochen (und kaps.i ?? geschrieben). Das Phonem /s/ gehort zum Stamm, obwohl es am Wortende (wenn das Wort ohne Suffix verwendet wird) nicht realisiert wird.

[ki.p??n] tief sein wird kip?.?n ?? (statt ki. p??n ??) geschrieben, weil der Stamm /kip?/ lautet und /?n/ ein Suffix ist, d.h. das /p?/ ? zum Stamm gehort. Das Prinzip gilt fur alle Ableitungen:

[kip?.k?o] tief und kip?.ko ?? (statt kip.k?o ??),

[kim.ni] ist es tief? kip?.ni ?? (statt kim.ni ??) und

[ki.p?i] Tiefe kip?.i ?? (statt ki.p?i ??) etc.[7]

Morphophonemischer Lautwechsel wird in der Schrift grundsatzlich nicht berucksichtigt.

3.5 Leerraume und Zeichensetzung

Worter werden durch Leerraume getrennt, wobei alle Suffixe und Partikeln mit dem vorhergehenden Wort zusammengeschrieben werden. Es werden im Wesentlichen die gleichen Satzzeichen verwendet wie in den europaischen Sprachen.[8]

3.6 Schreibrichtung

Die Silbenblocke wurden ursprunglich so wie bei der chinesischen Schrift in Spalten von oben nach unten geschrieben und die Spalten wurden von rechts nach links angeordnet. Bucher wurden daher aus europaischer Sicht von hinten gelesen. Bei modernen Druckerzeugnissen ist die Schreibrichtung jedoch so wie bei europaischen Sprachen von links nach rechts in Zeilen, die von oben nach unten angeordnet sind.

4 Varietaten

Es gibt einige Unterschiede in der Rechtschreibung zwischen Nord- und Sudkorea. In der Standardvarietat Nordkoreas (Kultursprache) wird das Phonem /l/ in sinokoreanischen Wortern auch am Silbenanfang und im Wortinneren stets [?] gesprochen und auch geschrieben. In der Standardvarietat Sudkoreas (Standardsprache) wird es nach bestimmten Regeln haufig entweder nicht realisiert oder [n] gesprochen und teilweise (am Wortanfang) auch so geschrieben:[9]

Auch andere Worter werden in Nordkorea und in Sudkorea z.T. jeweils unterschiedlich geschrieben.[10]

5 Verwendung chinesischer Zeichen

Derzeit wird in Sudkorea z.T. eine Kombination von chinesischen Schriftzeichen und koreanischem Alphabet verwendet, in Nordkorea werden chinesische Schriftzeichen praktisch nicht mehr verwendet.[11]

Nach einem koniglichen Dekret von 1894 sollten alle Regierungsdokumente ausschlie?lich mit dem koreanischen Alphabet geschrieben werden. Das Dekret wurde jedoch kaum befolgt. Es erschienen wenigstens zwei Zeitungen ausschlie?lich im koreanischen Alphabet, doch andere Zeitungen verwendeten chinesische Schriftzeichen fur Lehnworter aus dem Chinesischen und das koreanische Alphabet fur rein koreanische Worter sowie Suffixe und Partikeln. Diese gemischte Schreibweise setzte sich allgemein durch.[12]

In Nordkorea wurde 1949 die Verwendung chinesischer Zeichen im Alltag abgeschafft. Spater wurde an den Schulen teilweise eine gewisse Anzahl chinesischer Zeichen gelehrt; sie werden jedoch in Druckerzeugnissen und im Alltag praktisch nicht verwendet.[12]

Die sudkoreanische Nationalversammlung verabschiedete 1948 ein Gesetz, dass die ausschlie?liche Verwendung des koreanischen Alphabets vorschrieb. Dies wurde im Schulwesen befolgt, jedoch nicht in den Medien und anderen Bereichen der Gesellschaft. 1956 und 1957 folgten Prasidentendekrete, die ebenfalls wenig Erfolg hatten. 1964 schrieb das Bildungsministerium vor, dass 1.300 gebrauchliche chinesische Schriftzeichen an den Schulen unterrichtet werden. 1970 wurde der Gebrauch von chinesischen Zeichen in Dokumenten und Schulbuchern wieder verboten. Ab 1972 wurden wieder 1.800 chinesische Schriftzeichen an den Mittelschulen gelehrt und 1975 erschienen entsprechende Schulbucher.[13] Zeitungen und wissenschaftliche Publikationen beschranken sich jedoch in der Regel nicht auf diese 1.800 chinesischen Zeichen.[12]

In Texten, die ansonsten ausschlie?lich mit dem koreanischen Alphabet geschrieben sind, werden chinesische Schriftzeichen manchmal angegeben, um die Etymologie bzw. die Bedeutung von Eigennamen und Homophonen zu klaren.[14]

6 Geschichte

6.1 Altere Schriften

Ursprunglich war die einzige Schriftsprache in Korea klassisches Chinesisch.

Ab der fruhen Koryo-Dynastie wurde ein System namens [hja?.??al] ?? / D (einheimische Buchstaben) verwendet, um rein koreanische Texte mit chinesischen Zeichen zu schreiben.[15]

Im 13. Jahrhundert wurden vereinfachte chinesische Zeichen namens [ku.?j?l] ?? / bzw. [t?o] ? / f fur Anmerkungen zu chinesischen Texten bzw. zur lautlichen Wiedergabe koreanischer Silben verwendet.[16]

[ri?.du] ?? / ,

[ri?.do] ?? /

[ri?.mun] ?? / [17]

Um 692 u.Z. soll Minister Solch'ong L die Beamtenschrift Ridu erfunden bzw. systematisiert haben.[18] Mit diesem System wurden vor allem Eigennamen, Lieder und Gedichte sowie Anmerkungen zu chinesischsprachigen Texten geschrieben. Koreanische Worter wurden entweder mit chinesischen Zeichen ahnlicher Bedeutung (Logogramme) oder mit chinesischen Zeichen ahnlicher Aussprache (Phonogramme) geschrieben:[19]

6.2 Neue Schrift

Mitte des 15. Jahrhunderts wurde unter Konig Sejong schlie?lich ein Alphabet aus 17 Konsonanten- und 11 Vokalzeichen geschaffen.[22] Die Schrift wird in dem Werk Die richtigen Laute zur Unterweisung des Volkes (P)[23] vorgestellt, das Konig Sejong selbst zugeschrieben wird. Gleichzeitig erschien der Kommentar Erklarungen und Beispiele zu den korrekten Lauten zur Belehrung des Volkes (P) von Gelehrten der koniglichen Akademie der Wurdigen (Wa). Beide Bucher sind auf Chinesisch verfasst.[24][21]

Das erste Werk, das in dem neuen Alphabet geschrieben wurde, waren die Lieder der gen Himmel fliegenden Drachen (V), das die Grundung der Choson-Dynastie sowie die Vorganger von Sejong besingt:[25]

6.3 Modernisierung

Der Vokalbuchstabe ? ?, die drei Konsonantenbuchstaben ? z,? ? und ? ? (auch am Silbenanfang; zusammengefallen mit ?), die Kombinationen ?, ?, ?, ?, ?, ? sowie die zahlreichen Konsonantenhaufungen am Silbenanfang wurden spater abgeschafft, da die entsprechenden Laute bzw. Lautfolgen im modernen Koreanisch nicht mehr existieren. Fur welche Laute diese Zeichen ursprunglich standen, ist umstritten; einige wurden nur fur chinesische bzw. sinokoreanische Worter verwendet. Fur chinesische Worter gab es ursprunglich auch modifizierte Versionen der Buchstaben ? s, ? s?, ? ?, ? ?? und? ?? (namlich ?, ?, ?, ? und ? sowie ?, ?, ?, ? und ?) sowie viele Kombinationen von Vokalzeichen, die heute nicht mehr verwendet werden.[26]

Das Koreanisch des 15. Jahrhunderts war eine Tonsprache und die Tone wurden in der Schrift ursprunglich durch Punkte links neben dem Silbenblock markiert. Diese Tonzeichen wurden spater ebenfalls abgeschafft, obwohl sich die entsprechenden Phoneme teilweise auch im modernen Koreanisch (als Vokallange) niederschlagen.[29]

6.4 Verbot

Kurz nach der Eingliederung Koreas in das Japanische Kaiserreich 1910 wurde Japanisch als alleinige Nationalsprache eingefuhrt. Der Gebrauch der koreanischen Sprache und Schrift wurde, mit Ausnahme einiger weniger Zeitungen, verboten und vom Japanischen verdrangt und ab 1942 bis zur de-facto-Unabhangigkeit 1945 auch nicht mehr an Schulen gelehrt. [12]

7 Erklarung der Buchstabenformen

Nach der traditionellen Darstellung sind die grafisch einfachsten Konsonantenzeichen vereinfachte Abbildungen der Sprechwerkzeuge bei der Aussprache der entsprechenden Laute. Nach Forschungsergebnissen von Gari L. Ledyard sind die Zeichen fur die phonetisch einfachsten Konsonanten von der ?'Phagspa-Schrift abgeleitet.

7.1 Legenden

Es gibt zahlreiche Legenden uber die Schrift und ihre Entstehung. Nach einer Legende wurde sie vom Gitterwerk auf traditionellen koreanischen Turen inspiriert; nach einer anderen Legende von den Mustern, die Seidenraupen in Maulbeerblatter fressen.[30]

7.2 Tradition

Die drei ursprunglichen Vokal-Grundzeichen sollen nach kosmologischen Vorstellungen Himmel (? ?), Erde (? ?) und Mensch (? i) abbilden. Aus ihnen sind alle ubrigen Vokale und Diphthonge abgeleitet. Der Punkt wurde in diesen Kombinationen spater zu einem kurzen Strich. Im Folgenden sind nur die heute noch verwendeten Kombinationen angefuhrt:[31]

? i > ? a > ? ja

? i > ? ? > ? j?

? ? > ? o > ? jo

? ? >? u > ? ju

Weitere Ableitungen, mit nachgestelltem ? i:

? a > ? ?

? ja > ? j?

? ? > ? e

? j? > ? je

? ? > ? ?i

? o > ? o

? u > ? y

Weitere Ableitungen, mit vorangestelltem ? o:

? a > ? wa (o+a)

? ? > ? w? (o+a+i)

Weitere Ableitungen, mit vorangestelltem ? u:

? ? > ? w? (u+ ? )

? e >? we (u+?+i)

Die grafisch einfachsten funf Konsonantenzeichen sollen die Stellung der Sprechwerkzeuge bei der Aussprache der entsprechenden Laute abbilden:[32]

? k soll die Zungenwurzel darstellen, die den Rachen blockiert (von links gesehen).

? n soll die Zungenspitze darstellen, welche die Alveolen beruhrt (von links gesehen).

? m soll die Lippen darstellen.

? s soll die Schneidezahne darstellen.

? ? soll einen Querschnitt durch den Hals darstellen.

Nach dieser Vorstellung sind die beiden Buchstaben ? k und ? n vereinfachte Darstellungen, wie die entsprechenden Konsonanten ausgesprochen wurden, und die drei anderen Buchstaben ? m, ? s und ? ? vereinfachte Abbildungen der involvierten Sprechorgane. Die ubrigen Konsonantenzeichen sind von diesen Buchstaben abgeleitet:[33]

? k > ? k?

? n > ? t > ?t?

? s > ? ? > ???

? O > ? ? > ? h

Dies ware das erste und einzige Mal, dass artikulatorische Merkmale in die Gestaltung einer Schrift eingeflossen sind.[34] Diese Annahme ist jedoch umstritten.[35]

7.3 'Phagspa

Das koreanische Alphabet wurde nicht in einem intellektuellen Vakuum geschaffen. Konig Sejong war in der traditionellen chinesischen Phonologie bewandert und hatte die Schriften der Nachbarlander Koreas studiert.[36]

Nach Gari K. Ledyard und anderen Sprachwissenschaftlern[37] sind zumindest die phonetisch einfachsten funf Zeichen (? k, ? t, ? l, ? p und ? ?) von den entsprechenden Zeichen der 'Phagspa-Schrift abgeleitet, die wiederum auf die tibetische Schrift (? ?, ? d, ? l, ? b, ? s,) zuruckgeht.[38]

Nach dieser Theorie lie?e sich die koreanische Schrift letztlich auf den gleichen semitischen Ursprung zuruckfuhren wie die Schriften Indiens, Europas und Sudostasiens sowie Hebraisch und Arabisch; vier der funf genannten Buchstaben waren demnach mit ihren griechischen (?, ?, ?, ?) und lateinischen Entsprechungen (C, D, L, B) verwandt.

8 Druck

Moderne Druckereien verwendeten Lettern fur Silbenblocke, nicht fur einzelne Buchstaben. Fur den Satz waren daher bis zu 2.500 Lettern notig.[39]

9 Computer

In der Datenverarbeitung am Computer werden in der Regel nicht einzelne Buchstaben, sondern jeweils ganze Silbenkombinationen als Einheiten betrachtet und kodiert. Da es tausende mogliche Silben gibt, erfolgt die Eingabe uber die Tastatur Buchstabe fur Buchstabe und spezielle Software wandelt die buchstabenweise Eingabe in eine silbenweise Kodierung und Darstellung um.

9.1 Unicode

Alle 11.172 moglichen Silbenkombinationen, die zur Schreibung des modernen Koreanisch gebraucht werden, wurden Silbe fur Silbe in Unicode kodiert. Die koreanische Schrift ist in Unicode auf vier Bereiche verteilt: ganze Silben (Hangul Syllables, U+AC00 bis U+D7A3); Anlautkonsonanten, Vokal-Nuklei und Auslautkonsonanten (Hangul Jamo, U+1100 bis U+11FF); moderne und nicht mehr verwendete Buchstaben fur Ruckwartskompatibilitat mit EUC-KR (Hangul Compatibility Jamo, U+3131 bis U+318E); und halbbreite Buchstaben (Teile von Halfwidth and Fullwidth Forms, U+FFA0 bis U+FFDC).

9.2 Eingabe

Es gibt mehrere koreanische Tastaturbelegungen. Die gebrauchlichste Tastaturbelegung in Sudkorea hei?t [tu.b?l.sik?] ???; bei dieser Belegung werden die Konsonantenzeichen mit der linken und die Vokalzeichen mit der rechten Hand angeschlagen.

10 Transkription

Bis vor kurzem waren die zwei gebrauchlichsten Systeme zur Transkription des Koreanischen in lateinischer Schrift die McCune-Reischauer-Umschrift und die Yale-Transkription. Die Yale-Transkription wird vor allem in sprachwissenschaftlichen Werken und z.T. in Lehrbuchern verwendet, das McCune-Reischauer-System in allen anderen wissenschaftlichen Publikationen.[40]

Die Yale-Transkription folgt im Wesentlichen der Schreibweise mit koreanischen Buchstaben; die Phoneme /n/ und /l/ am Silbenanfang in Sinokoreanischen Wortern, die in Sudkorea z.T. nicht ausgesprochen werden, werden mit den hochgestellten Buchstaben n und l bezeichnet und das Phonem am Silbenende, das bei Zusammensetzungen eine gespannte Aussprache des folgenden Konsonanten bewirkt, wird als q transkribiert. Langvokale werden durch ein Langezeichen (waagrechter Strich uber dem Vokalbuchstaben) gekennzeichnet.[41]

Die McCune-Reischauer-Transkription ist starker an die phonetische Realisierung angelehnt.

Weder die Yale- noch die McCune-Reischauer-Transkription kann ohne Sprachkenntnisse direkt vom koreanischen Schriftbild abgeleitet werden.

Im Jahr 1984 gab das sudkoreanische Ministerium fur Kultur und Tourismus ein neues Transkriptionssystem heraus, das im Wesentlichen auf der McCune-Reischauer-Transkription beruht (revidierte Romanisierung).[13]

11 Referenzen

1. Young-Key Kim-Renaud (Hg.): The Korean alphabet. Its History and Structure. University of Hawaii Press, 1997.

2. Gari Keith Ledyard: The Korean Language Reform of 1446. The Origin, Background, and Early History of the Korean Alphabet. University of California Press, 1966; Neuauflage: Singu Munhwasa, 1998.

3. S. Robert Ramsey: The Invention and Use of the Korean Alphabet. In: Ho-min Sohn (Hg.): Korean language in culture and society. University of Hawaii Press, 2006, S. 2-30.


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